Frühling

In ihrer Bahn durch den Tierkreis durchläuft die Sonne jedes Jahr die vier Kardinalpunkte. Am 21. März sind der Tag und die Nacht gleich lang – der Übergang von einer Jahreszeit in die andere findet an den Kardinalpunkten statt. Sie gleichen außergewöhnlichen Kraftknoten, die für die jeweilige Jahreszeit bestimmt sind. Das Aussenden dieser Kräfte wird von großen Geistern organisiert und geregelt, die viele andere Geister von geringerer Größe unter sich haben.  Diese sind mit der Verteilung der Energien auf der Oberfläche des Planeten beauftragt. Eine Vielzahl von Geistern ist für diese Arbeit eingespannt. Man darf nicht meinen, dass alles in der Natur mechanisch geschieht. Nein, alle Veränderungen geschehen durch die Mitwirkung von Wesenheiten, die den Auftrag haben, sich um Steine oder Pflanzen, um die Tiere oder die Menschen zu kümmern.
Die Tag- und Nachtgleiche des Frühjahrs ist am 21.März. Sie steht unter dem Einfluss des Erzengels Raphael. Raphael ist derjenige, der den von ihm regierten Wesenheiten den Befehl gibt, an der Vegetation zu arbeiten und überall wachstumsfördernde und regenerierende Kräfte hinzuschicken.
Erzengel Raphael lebt in der Sphäre von Merkur. Sein Name bedeutet Arzt Gottes. Die Aufgabe dieses Erzengels und aller Engel die ihm unterstehen, besteht darin, so an der göttlichen Kraft zu arbeiten, dass sie zur Heilkraft wird.
Die Menschen der Antike, die am Wissen von Raphael teilhaben wollten, wählten ganz bestimmte Tage und Formeln aus, um sich mit ihm zu verbinden. Auf diese Weise wurden ihnen manche Offenbarungen über die spezifischen Eigenschaften der Pflanzen zuteil.
Der griechische Gott der Medizin, Äskulap, war mit den Kräften des Hermes (oder Merkur, wie er auch heißt), verbunden. Aus diesem Grund solltet ihr – wenn der Frühling beginnt – daran denken, euch mit dem Erzengel Raphael zu verbinden.
Bittet ihn, euch die Geheimnisse der Pflanzen, der Samen und der Blumen zu offenbaren, damit ihr von allen guten Einflüssen, die in ihnen enthalten sind und die sie um sich herum verbreiten, profitieren könnt.
Der Frühling bringt die Auferstehung der gesamten Natur mit sich und erinnert die Menschen daran, dass auch er auferstehen muss, vielleicht nicht physisch, das ist nicht so gut möglich, aber spirituell. Genauso wie der Pflanzensaft in der Vegetation wieder aufzusteigen beginnt, um sie wiederzubeleben, muss der Mensch daran arbeiten, dass der spirituelle Saft auch in ihm aufsteigt, um seine feinstofflichen Körper zu beleben.
Das große christliche Frühlingsfest ist das Osterfest, an dem die Auferstehung Christi feierlich begangen wird. So treffen das Leben der Natur und das Leben der Seele zusammen.

Quelle: Vortrag  „Die Kardinalfeste“ vom 29. September 1958 (Sèvres); erschienen in: Die Früchte des Lebensbaums – Die kabbalistische Überlieferung; Gesamtwerke – Band 32; Prosveta-Verlag; Seite 249 ff